Kräuter trocknen
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Kräuter richtig sammeln und trocknen

In diesem Beitrag möchte ich dir erzählen, wie du Kräuter richtig sammeln und trocknen kannst. Worauf du dabei achten musst, wie lange sie sich halten, wie du sie aufbewahrst etc.

 

Wann ist der optimale Zeitpunkt zum Sammeln von Kräutern?

Hier musst du unterscheiden, welche Pflanzenteile du sammeln möchtest.

Wurzeln

Wurzeln sammelst du dann, wenn die geballte Kraft der Pflanze im unterirdischen Bereich – also in der Wurzel ist. Das ist im späten Herbst oder im zeitigen Frühling. Ich sammle meist im November bevor der Boden gefriert und ich dann nicht mehr graben kann. Das geht natürlich nur dann, wenn du die Pflanze auch im verblühten Stadium erkennst. Ich empfehle dir daher dir bereits im Sommer die Stelle zu merken, wo sie wächst und sie ggf. zu markieren.

 

Oberirdische Pflanzenteile

Stängel, Blätter und Blüten solltest du ernten, wenn die Pflanze in ihrem vollen Saft ist. Ob vor oder nach der Blüte ist von Kraut zu Kraut verschieden. Bei Kräutern, die während ihrer Blütezeit gesammelt werden sollten, orientiere ich mich im gerne an den Insekten. Wenn Bienchen & Co. die Pflanze (z.B. Lavendel) besuchen, ist das für mich das Startsignal. Natürlich teile ich immer mit ihnen und nehme nie den ganzen Bestand. Das möchte ich auch dich bitten.

Wenn du die oberirdischen Pflanzenteile sammelst, sollte es nach Möglichkeit vorher 2 Tage nicht geregnet haben und die Sonne scheinen. Außerdem ist es empfehlenswert, dass der Tau schon aufgetrocknet ist – ich ernte meist so um die Mittagszeit.

Zum Transportieren verwende ich immer einen Weidenkorb. Notfalls kannst du auch eine Stofftasche verwenden. Plastiktaschen sind absolut ungeeignet.

 

Wo sammelst du Kräuter am besten?

An folgenden Stellen solltest du Wildkräuter nicht ernten:

  • neben stark befahrenen Straßen
  • neben konventionell genützten Feldern (Spritzmittel)
  • Orte, wo viele Hunde ihr Geschäft verrichten

Am besten sammelst du sie an Stellen, wo die Natur noch ziemlich unberührt ist.

 

Achte bitte beim Kräutersammeln darauf, dass die Pflanze nicht unter Naturschutz steht und ernte nur das, was du zu 100 % kennst!!!

 

Wie trocknest du Kräuter richtig?

Wenn du die Pflanzen gesammelt hast, solltest du sie so schnell wie möglich für den Trocknungsvorgang vorbereiten.

Langstielige Kräuter (z.B. Brennnessel, Minze, Schafgarbe…) bindest du am besten zu kleinen Büscheln zusammen. Diese Sträuße sollten nicht zu dick sein, da sonst die Gefahr besteht, dass die inneren Pflanzen schimmeln. Danach hängst du sie kopfüber an einem luftigen Ort auf. Beachte dabei bitte, dass sie keiner direkten Sonnenbestrahlung ausgesetzt sind. Darüber hinaus ist es auch nicht ratsam, sie in der Küche trocknen zu lassen, da sie da den Küchengeruch annehmen. Ich hänge meine Kräuter immer auf meiner schattigen Terrasse auf.

 

Zusatztipps aus meiner Erfahrung:

Ich empfehle dir auf alle Fälle, die Büscheln zu Beschriften, da viele Kräuter im getrockneten Zustand schwer zu unterscheiden sind. Ich spieße dazu immer ein kleines Zettelchen auf einem Stiel auf. Solltest du ein Platzproblem beim Aufhängen haben, kannst du auch Kleiderbügel verwenden, auf die du mehrere Kräuterbunde binden kannst.

 

Kleine Kräuter oder Blüten (z.B. Holunder, Hibiskus, Rose…) legst du zum Trockne auf. Das kannst du entweder auf einem Papier, in einem offenen Karton oder auf einer Darre machen.

Wurzeln werden gut gereinigt, in kleine Stücke geschnitten und ebenfalls aufgelegt.

Natürlich kannst du deine Ernte auch elektrisch trocknen. Das ist zwar nicht so umweltfreundlich, aber manchmal – z.B. wenn ein feuchtes Wetter droht, eine Alternative. Dazu eignet sich ein Dörrapparat (40°-50°) oder der Backofen. Bei der Backofentrocknung schalte am besten auf Umluft 50° und klemme einen Kochlöffel in der Türe ein. Dadurch kann die Feuchtigkeit entweichen.

 

Wann sind die Kräuter trocken?

Wie lange der Trocknungsvorgang dauert, ist sehr unterschiedlich. Zum einen hängt es von der Dicke des Krautes ab und zum anderen auch vom Wetter. An sehr heißen Tagen, sind zarte Kräuter oft binnen 2 Tagen trocken. Bei hoher Luftfeuchtigkeit und dicken Kräutern kann es oft wesentlich länger dauern.

Es gibt jedenfalls eine Faustregel, an der du dich orientieren kannst: Das Kraut ist trocken, wenn es beim Berühren raschelt („rascheltrocken“)!

Beachte bei gebündelten Kräutern, dass wirklich auch alle Pflanzen ganz trocken sind – nicht nur die äußeren.

 

Wie bewahrst du Kräuter am besten auf?

Ich persönlich bewahre meine Kräuter in beschrifteten großen Gläsern auf. Glas ist dafür wirklich optimal geeignet, da sie keine Gerüche annehmen bzw. abgeben. Ich bin keine Freundin von Plastik- oder Blechdosen. Papiersäckchen eignen sich auch nicht, da da zum einen die Aromastoffe der Pflanzen entweichen und zum anderen Motten einziehen können.

Ich streife bei den Kräuterbüscheln lediglich die Blätter von den Stielen und lasse sie ganz. Erst, wenn ich einen Tee zubereite zerreibe ich die Blätter mit den Fingern. Durch das Aufbrechen der Kräuter treten die Aroma- und Heilstoffe aus, was natürlich den Tee um einiges hochwertiger macht. Auch wenn du aus getrocknet Kräutern eine Tinktur ansetzt, solltest du sie erst zum Zeitpunkt des Ansetzens zerkleinern.

Wenn du dich auch für Gläser entscheidest, solltest du diese allerdings lichtgeschützt aufbewahren. Entweder in einen Kasten oder in einem Raum ohne Tageslicht. Alternativ kannst du die Gläser auch bemalen oder ein Papier herum wickeln.

 

Wie lange halten Kräuter?

Gerade, wenn du Kräuter für Heilzwecke einsetzen möchtest, solltest du sie innerhalb 1 Jahres aufbrauchen. Daher sammle bitte immer nur soviel, wie du für dich und deine Familie für 12 Monate brauchst. Nach dieser Zeit sammelst du dann wieder die neue Ernte.

Natürlich kann man nie genau einschätzen, wie viel man wovon benötigt. Sollte dir von den Kräutern etwas übrig bleiben, kannst du dir daraus ein wunderbares Kräuterbad machen.

 

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Hintergrund Wiesenblumen

2 Comments

  • zunehmendwild

    Liebe Uschi,
    beim Kräuter trocknen halte ich es so wie du. Die Rosenblüten vom Balkon und von Wildrosen lasse ich breit gestreut auf einer Glasplatte trocknen. Womit ich Probleme hatte, waren Lindenblüten. Die hatte ich luftgetrocknet und anschließend in einem brauen Plastikgefäß luftdicvht aufbewahrt. Als ich das Gefäß später öffnete, war alles zu einem ungut riechenden braunen Pulver zerfallen. Seitdem getraue ich mich an Lindenblüten nicht mehr ran. Wie trocknest du Lindenblüten?
    Danke für einen Tipp und
    LG Peggy

    • Uschi Ledvina

      Liebe Peggy,

      ich trockne Lindenblüten auf einer selbstgebauten Darre. Das sind 4 zusammen geschraubte Holzbretter, auf die ein Fliegengitter getackert ist. Ich bewahre alle Kräuter ausschließlich in Gläsern auf. Da ist noch nie etwas schlecht geworden. Ich denke, dass es bei dir vielleicht am Plastik lag. Wichtig beim Trocknungsprozess ist, dass die Kräuter lichtgeschützt sind – also nie in der Sonne trocknen. Da verlieren sie an Aroma und Heilstoffen.

      Ich wünsche dir, dass du beim nächsten Mal Lindenblüten trocknen mehr Erfolg hast.

      Liebe Grüße
      Uschi

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